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|Vorwort | Der Kindergarten stellt sich vor | Zweisprachigkeit (Bilinguität | Pädagogik | Beteiligung der Eltern | Zusammenarbeit mit Fachdiensten | Öffentlichkeitsarbeit

Pädagogik

1. Unser Bild vom Kind und die daraus resultierenden Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit

Wir sehen das Kind als Kind und gleichzeitig als vollwertige und individuelle Persönlichkeit mit all seinen Stärken und Schwächen.

Da das Kind aktiver Gestalter seiner Entwicklung (Entwicklung in kognitiven [= geistigen], emotionalen [= gefühlsmäßigen] und motorischen [= körperlichen] Bereichen) und seiner Umwelt ist, nimmt der Erzieher das Kind in seinen Äußerungen und Gestaltungsmöglichkeiten ernst und bringt ihm bedingungslose Wertschätzung entgegen.

Die Verantwortung des Erwachsenen liegt dadurch besonders in der liebevollen Zuwendung, den klar dargestellten Erwartungen, den anregenden Impulsen (durch die er ein Teil des Erfahrungsfeldes gezielt inszeniert), der angemessenen Unterstützung, dem Bewusstsein der Vorbildfunktion und der reflektierenden Beobachtung gegenüber dem Kind.

Damit Kinder aktive Gestalter sein können und Selbstverantwortung entwickeln, unterstützt der Erzieher die Entwicklung des Kindes dahingehend, dass es lernt, ihm mögliche Dinge selbst zu tun. Die Orientierung an den Bedürfnissen und der Lebenswelt der Kinder stellt eine notwendige, pädagogische Konsequenz aus dem Bild vom Kind dar; das heißt vor allem auch Projekte, Angebote und Gesprächsthemen nach den Interessen und Stärken des Kindes auszurichten, um das Kind herauszufordern, selbst aktiv zu werden, sich weiterzuentwickeln und damit wiederum neue Stärken zu erlangen (≈ Grundlage des situationsorientierten Ansatzes). Diese Orientierung stützt sich besonders auf  die genauen Beobachtungen über Spielverhalten und Entwicklungen der Gruppe und des Einzelkindes. Die Beobachtungen werden vom Erzieher regelmäßig während der Freispielzeit, der Gruppenzeit und den Angeboten durchgeführt, in der  Teamsitzung reflektiert und abschließend dokumentiert.

Ein grundlegender Gedanke ist die Stärkung der Vertrauensbasis zwischen Erzieher und Kind, damit sich das Kind geborgen fühlt; denn nur in einer für das Kind sicheren und harmonischen Umgebung kann es seine Fähigkeiten weiterentwickeln.

In unserer Einrichtung vereinen wir folglich die ganzheitliche Förderung des Kindes (Körper - Geist - Seele) mit der Projektarbeit (siehe 3.e) und dem situationsorientiertem Ansatz.

Heutzutage sind die wichtigsten Rechte des Kindes in der UN-Kinderrechtskonvention verankert: hierzu zählt das Recht, bestmögliche Bildung von Anfang an zu bekommen, mit dem Ziel, die Persönlichkeit, die Begabung und die geistig-körperlichen Fähigkeiten voll zu entfalten. Auch das Recht des Kindes auf umfassende Mitsprache und Mitgestaltung bei seiner Bildung und die es betreffenden Entscheidungen ist mit aufgeführt.

 

2. Erziehungs- und Bildungsziele (in Anlehnung an AVBayKiBiG und  BEP) und unsere Umsetzungsmethoden

2.1 Förderung der Basiskompetenzen

Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten, Haltungen und Persönlichkeitscharakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Menschen zu interagieren und sich mit den Gegebenheiten in seiner dinglichen Umwelt auseinander zusetzen. Sie sind Vorbedingungen für den Erfolg und die Zufriedenheit in Schule, Beruf, Familie und Gesellschaft. Deshalb werden sie als frühpädagogische Ziele gesehen. Die Basiskompetenzen werden in zwei große Zielbereiche unterteilt:

2.1.1 Förderung der personalen Kompetenzen

Das Kind sieht sich selbst als Unikat und entwickelt Selbstwertgefühl, Wissen über sich selbst (z.B. über seine Gefühle, seine körperlichen und kognitiven Grenzen…), Autonomieerleben, Kompetenzerleben, Selbstwirksamkeit, Selbstregulation, Neugier und eigene Interessen, kognitive und physische Kompetenzen.

Dieses Ziel erreichen wir durch unser Bild vom Kind und die daraus resultierende Haltung des Erziehers gegenüber dem Kind. Außerdem beeinflussen alle Umsetzungsmethoden die Persönlichkeit des Kindes und wirken somit an der Erreichung des oben genannten Zieles mit.

Obwohl all die Bereiche der personalen Kompetenzen gleich bedeutend sind und sich gegenseitig beeinflussen, möchten wir nun auf zwei Ziele genauer eingehen:

Selbstwertgefühl

Unter Selbstwertgefühl versteht man, wie wertvoll ein Mensch seine Eigenschaften und Fähigkeiten bewertet. Für die Entwicklung von Selbstbewusstsein ist ein hohes Selbstwertgefühl die Voraussetzung, das entsteht, wenn  das Kind in seinem ganzen Wesen angenommen und geliebt wird.

Das Kind hält sich für wertvoll, ist mit sich selbst zufrieden und findet sich attraktiv.

Dieses Ziel erreichen wir, indem wir dem Kind ausreichend Gelegenheiten in den Umsetzungsmethoden anbieten, die es ihm ermöglichen, stolz auf seine eigenen Leistungen und Fähigkeiten, seine Kultur und Herkunft zu sein.

Kognitive und lernmethodische Kompetenzen

Die kognitive Kompetenz meint, die intellektuelle Kapazität zu entwickeln, um Probleme zu lösen, Theorien zu entwickeln, Zusammenhänge zu sehen und logisch zu denken. Hierbei soll sich der Lernende seines Lernens bewusst sein (lernmethodische Kompetenz); dazu gehört, neues Wissen bewusst und reflektiert zu erwerben, dieses anzuwenden und zu übertragen und die eigenen Lernprozesse wahrzunehmen und zu steuern.

 Das Kind besitzt eine differenzierte Wahrnehmung und entwickelt seine Sinne maximal.

Dieses Ziel erreichen wir durch den Einsatz von Sinnesübungen, Sinnesspielen und sinnesanregendem Material (verschiedene Oberflächenstrukturen von Spielzeug und Materialien, Montessori-Material, Naturmaterialien, Riechmemory, Musikinstrumente, Spiegel, Kristalle…) und der Bereitstellung einer sinnesanregenden Umgebung (Raumgestaltung mit Farben/Tüchern/Pflanzen/Wasser, Garten, Wald, Natur…) im gesamten Tagesablauf.

Das Kind besitzt Denkfähigkeit: es stellt Vermutungen an, bildet Oberbegriffe, Unterscheidungen, Mengenvergleiche und Relationen, und ist in seiner generellen Begriffsbildung gefestigt.

Dieses Ziel erreichen wir, indem wir dem Kind entwicklungsangepasste Denkaufgaben im Tagesablauf stellen (z.B. altersspezifische Gruppenarbeit und Angebote, Experimente, Konstruktionsspiele im Freispiel…) und ihm die Möglichkeit geben, seine erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen anzuwenden und zu reflektieren.

Das Kind eignet sich Wissen an.

Dieses Ziel erreichen wir durch die ganzheitliche Vermittlung von altersgemäßen Kenntnissen im Tagesablauf zum Beispiel durch Projektarbeit, Gruppenzeit, altersspezifische Gruppenzeit, Angebote, Ausflüge, Experimente, Bilder- und Sachbücher und Gespräche in der Kinderkonferenz, beim Essen oder im lebenspraktischen Bereich (z.B. Erlernen von Zeitfolgen durch den täglichen Einsatz von Tagespinnwand und Jahreskette).

Das Kind trainiert sein Gedächtnis.

Dieses Ziel erreichen wir durch Erlernen und häufiges Wiederholen von Liedern, Reimen, Gedichten und Fingerspielen; außerdem durch Nacherzählen von Geschichten, Wiederholen von Themen/Wissen aus der Gruppenzeit, Gespräche über Erlebtes und durch Spiele wie zum Beispiel Kim-Spiele oder Memory.

Das Kind zeigt Problemlösungsverhalten: es analysiert Probleme unterschiedlicher Art (z. B. soziale Konflikte, Denkaufgaben, Fragestellungen im Rahmen von Experimenten), entwickelt Problemlösungsalternativen, wägt diese ab und kann sich für eine von ihnen entscheiden, diese angemessen umsetzen und den Erfolg prüfen.

Dieses Ziel erreichen wir durch Ermunterungen, dass das Kind selbst nach Lösungen von Problemen sucht und erkennt, dass dabei verschiedene Wege zum Ziel führen können und zum Beispiel auch Fehler Lösungsschritte sein können.

2.1.2 Förderung der sozialen Kompetenzen

Soziale Kompetenz ist eine Vorraussetzung, damit das Zusammenleben mit anderen Menschen funktioniert; Kinder entwickeln sich durch soziale Beziehungen und eigene Erfahrungen.

 Das Kind hat gute Beziehungen zu Kindern und Erwachsenen.

Dieses Ziel erreichen wir  durch die Betreuung in der Kleingruppe mit höchstens 19 Kindern und zwei Erzieherinnen, durch die harmonische Atmosphäre, in der sich das Kind geborgen fühlt und die ihm ein positives Selbstbild widerspiegelt, durch unser Bild vom Kind, durch die vielfältigen sozialen Kontakte während des Freispiels, der gemeinsamen Mahlzeiten, in der Gruppenzeit, in den Angeboten, bei Feiern und Festen, bei Ausflügen, bei Eltern-Kind-Angeboten, in der alterspezifischen Gruppenzeit, durch Teamaufgaben und Teamarbeit in Gruppenzeit und Angeboten, durch die Begleitung der jüngsten Kinder durch ihr persönliches Helferkind und durch die Kindergartenübernachtung.

Das Kind fügt sich mit seiner Individualität in Gruppe und Gesellschaft ein.

Dieses Ziel erreichen wir durch die Teilnahme des Kindes an der Tagesroutine, den Tagesritualen, der Gruppenzeit, den Angeboten, der Kinderkonferenz, den Ausflügen und dem Erlernen und täglichen Einüben von unseren gültigen Regeln, Normen und Werten.

Das Kind kann die Gefühle anderer wahrnehmen, deuten und sich dadurch in andere Personen einfühlen; es besitzt Einfühlungsvermögen (= Empathie).

Dieses Ziel erreichen wir durch Emphatiespiele (z.B. Gefühlsmemory, Gefühlsbericht, Konfliktrollenspiele), Rollenspiele, Gespräche über Gefühle und Konflikte zum Beispiel in der Kinderkonferenz, Unterstützung bei Konfliktlösungen, Bilderbücher, Geschichten, Lieder, Musikangebote, Traumreisen, Entspannungsübungen und Massagen.

Das Kind kommuniziert angemessen in Gestik, Mimik und Wort.

Dieses Ziel erreichen wir durch das Anbieten von vielfältigen Gesprächsmöglichkeiten und Einüben der Gesprächsregeln bei den gemeinsamen Mahlzeiten, im Freispiel, in der Kinderkonferenz, der Gruppenzeit, in der alterspezifischen Gruppenzeit und beim Nachbesprechen von Traumreisen, Experimenten, Angeboten… .

Das Kind arbeitet mit anderen Menschen zusammen; es ist kooperationsfähig.

Dieses Ziel erreichen wir durch Paar- und Teamaufgaben in der Gruppenzeit, bei Angeboten, in der alterspezifischen Gruppenzeit und im Alltag; außerdem durch die gemeinsame Planung von Aktionen (z.B. Kindergartenübernachtung), durch die Kooperation mit einem oder mehreren Kindern bei Spaziergängen oder Ausflügen und durch die Begleitung der jüngsten Kinder durch ihr persönliches Helferkind.

Das Kind löst Konflikte kommunikativ, teils mit Hilfe, teils selbstständig.

Dieses Ziel erreichen wir durch Vorbildfunktion in Konfliktlösungen, durch die Begleitung der Konfliktlösungen der Kinder, soweit sie Unterstützung benötigen. Konfliktlösungen werden in allen Situationen des Tagesablaufes geübt. Hierbei lernt das Kind, Kompromisse zu finden, Gefühle zu kontrollieren, Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren und zu akzeptieren, und bei fremden Konflikten Hilfestellung zu geben.

2.2 Sprachliche Bildung und Förderung

Die Sprachkompetenz ist nicht nur eine wesentliche Voraussetzung für schulischen und später beruflichen Erfolg, sondern auch das bedeutendste Mittel, mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren und an dem Leben in der Gesellschaft teilzuhaben.

Das Kind zeigt Motivation und Fähigkeit, sich sprachlich mitzuteilen und sich mit anderen auszutauschen.

Dieses Ziel erreichen wir durch Freispiel (besonders Rollenspiel), gemeinsames Frühstück und Mittagessen, Gruppenzeit, Kinderkonferenz und verbale Konfliktlösungen.

Das Kind besitzt Literacy-bezogene (frühe Literacy-Erziehung = Erfahrungen in Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur) Interessen und Kompetenzen.

Dieses Ziel erreichen wir durch den täglichen Einsatz von Fingerspielen, Liedern, Gedichten, Bilderbüchern, der Besprechung des Tagesplanes und den regelmäßigen Nutzen von Märchen/Geschichten/Erzählungen, phonologischen Spielen (z.B. „Mutter, Mutter wohin darf ich Reisen“) und der Schreibecke mit Schreibmaschine und Buchstabenstempeln.

Das Kind begegnet der englischen Sprache mit Lust und Neugierde.

Dieses Ziel erreichen wir hauptsächlich durch Immersion (siehe Punkt III). Unterstützend werden dem Kind englische Fingerspiele, Lieder, Gedichte, Bilderbücher, Geschichten/Erzählungen, der Besprechung des Tagesplanes in der Fremdsprache und englische Beschriftungen (z.B. Tagesplan: monday, tuesday…) angeboten.

2.3 Bewegungserziehung und Bewegungsförderung

Bewegung zählt zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucksformen von Kindern. Für sie ist Bewegung ein wichtiges und natürliches Mittel, Wissen über ihre Umwelt, sich selbst und ihren Körper zu erwerben, ihre Fähigkeiten kennen zu lernen und mit Mitmenschen zu kommunizieren. Bewegung(=Motorik) unterteilt man in Grobmotorik (Bewegung der großen Muskelgruppen), Feinmotorik (Bewegung von Hand-, Finger-, Augen- und Sprechmuskeln) und Wahrnehmung (Signale der Sinnesorgane zu registrieren und zu deuten). Die motorische Entwicklung ist eng mit allen übrigen Entwicklungsgebieten verknüpft und somit grundlegend für die ganzheitliche Entwicklung des Kindes.

 Das Kind entwickelt durch Bewegung seine motorische Kompetenz, ein positives Selbstkonzept (= das Wissen über sich selbst), soziale Beziehungen und eine stabile Gesundheit.

Dieses Ziel erreichen wir durch eine bewegungsfördernde Raumgestaltung (Hängematte zum Schwingen, zweite Ebene und Stühle/Tische zum Klettern, Freifläche zum Bewegen/Rennen/Ballspielen/Rollbrettfahren…), das Anbieten verschiedener Materialien (Rollbrett, Tücher, Fallschirm, Seile, Matratzen, Großbausteine, Balancierklötze, Balancierbrett, Möbel…), durch die Vielfalt verschiedener Orte zum Bewegen (Wald, Garten, Spielplatz, Innenräume, Turnhalle, Wiese…), durch das wöchentliche Turnen, durch Bewegungslieder („Spannenlanger Hansel…“) und Bewegungsspiele („Der schlaue, schlaue Fuchs geht um…“)  und durch die Verknüpfung von kognitiven Lernprozessen (z.B. Gedichte) mit Bewegungsabläufen. Außerdem bieten wir dem Kind eine wertschätzende Atmosphäre, die dem Kind Vertrauen und Angstfreiheit vermittelt, um die natürliche Bewegungsfreude des Kindes zu erhalten.

Das Kind besitzt feinmotorische Kompetenzen.

Dieses Ziel erreichen wir durch Stellen von lebenspraktischen Aufgaben (Essen mit Besteck, Eingießen/Schöpfen bei den Mahlzeiten, An- und Ausziehen), Anregung zum Malen/Schreiben/Basteln im Freispiel oder Angebot, Anbieten von Brett- und Murmelspielen, Bauklötzen… und Durchführen von Gesichtsmuskelspielen (z.B. Zungenspiele).

Das Kind registriert Signale von den Sinnesorganen und deutet diese.

Dieses Ziel erreichen wir durch verschiedene Kimspiele, Ballspiele (für die Förderung der Augen-Hand-Koordination), Sinnesspiele, Tänze, Massagen, An- und Entspannungsübungen der Muskeln, Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen in Angeboten oder Turnstunden und dem Bewegen in der Natur.                 

2.4 Umweltbildung und Umwelterziehung

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt gewinnt vor dem Hintergrund ökologischer Veränderungen in unserer Welt zunehmend an Bedeutung. Umweltbildung und Umwelterziehung geschieht im Kindergarten durch die Naturbegegnung, durch Erlebnissen mit Tieren und Pflanzen und durch den Umgang mit Naturmaterialien.

Das Kind erfährt die Umwelt mit allen Sinnen und nimmt sie als unersetzlich und verletzbar war.

Dieses Ziel erreichen wir durch das tägliche Spiel im Garten (oft auch ohne Spielzeug), durch von dem Kind angelegte und betreute Beete mit Nutzpflanzen, durch die monatlich regelmäßigen Ausflüge zur Natur- und Jahreszeitbeobachtung (z.B. zum Kanal, zur Wiese…), durch das situative Erforschen von Tieren und Pflanzen in ihrem Lebensraum,  durch das Basteln und Spielen mit Naturmaterialien (z.B. Stöcke, Rinde, Moos, Steine, Matsch…), durch Experimente zu Umwelt- und Naturereignissen, durch den Waldtag und durch naturbezogene Ausflüge (z.B. Gärtnerei, Zoo…).

Das Kind besitzt ökologisches Verantwortungsbewusstsein und ist bemüht, seine Umwelt in Zusammenarbeit mit anderen zu schützen und zu erhalten.

Dieses Ziel erreichen wir durch die Beteiligung des Kindes an der bewussten Mülltrennung und dem Wassersparen im Alltagsgeschehen (z.B. beim Zähneputzen oder Blumengießen), durch die situative Erziehung zu Tierschutz während unserer Naturbegegnungen (z.B. die Errichtung eines Laubhaufens für Igel zur Überwinterung, das Entdecken von Krötenzäunen, das Einüben richtigen Verhaltens gegenüber Waldtieren…) und durch die Vermittlung von Wissen über Ursachen und Vermeidung von Umweltverschmutzung (z.B. Autoabgase, Müllverbrennung…).

2.5 Gesundheitserziehung

Gesundheit wird definiert als Zustand von körperlichem, seelischem, geistigem und sozialem Wohlbefinden. Ein guter Gesundheitszustand ist eine wesentliche Bedingung für soziale, ökonomische und persönliche Entwicklung des Mensches und ein entscheidender Bestandteil der Lebensqualität.

Das Kind hat ein Körper- und Gesundheitsbewusstsein.

Dieses Ziel erreichen wir durch Wissensvermittlung und Erfahrungsmöglichkeiten über den eigenen Körper (Körperaufbau, Bedürfnisse, Nahrungspyramide…), durch Projekte über den Körper (siehe 3.e), durch die Übernahme des Kindes von Verantwortung für seinen Körper (z.B. Vorsicht beim Klettern wegen Verletzungsgefahr, auf die Signale seines Körpers hören [z.B. Schmerz, Hunger]…) und durch Balance zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen (Ruherituale kennen lernen, Entspannungstechniken lernen…).

Das Kind ernährt sich bewusst und wird bewusst ernährt.

Dieses Ziel erreichen wir durch gemeinsames Frühstück und Mittagessen, die immer vollwertig, frisch und biologisch zubereitet werden, und bei denen immer Rohkost für die Kinder zur Verfügung steht. Außerdem lernen wir den Kindern, dass gesundes Essen gesund macht, und wie die Ernährungspyramide uns beim Einteilen von Lebensmitteln helfen kann. Dazu lernen die Kinder die Nahrung im Urzustand kennen und helfen meist bei der Zubereitung der Speisen. Erzieher und Eltern werden bei diesem Ziel als wichtige Vorbildfunktion gesehen.

Das Kind besitzt Kenntnisse über Körperpflege und Hygiene und führt diese gewissenhaft aus.

Dieses Ziel erreichen wir durch die routinierten Abläufe des Tages, wie Zähneputzen nach jeder Mahlzeit, Händewaschen vor dem Essen, nach Garten oder Toilettengang, selbstständiger Toilettengang, Wissensvermittlung über Krankheitserreger und dessen Übertragungsvermeidung und dem jährlichen Kindergartenbesuch beim Zahnarzt.

2.6 Ästhetische und bildnerische Bildung und Erziehung

Ihr kreatives und künstlerisches Potential und ihr Urteilsvermögen entfalten Kinder auch durch die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur. Außerdem lernt das Kind im Dialog mit seiner Umwelt, diese mit allen Sinnen wahrzunehmen, sie bildnerisch zu gestalten und spielend in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Es entdeckt und erfährt dabei eine Vielfalt an Darstellungsformen als Mittel, seine Eindrücke zu ordnen, seine Wahrnehmung zu strukturieren und Gefühle und Gedanken auszudrücken. Neugierde und Freude am eigenen schöpferischen Tun sind Antrieb der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung.

 Das Kind weist die Fähigkeit auf, im Denken  neue, auch unerwartete und überraschende Wege zu gehen: es bildet seine Kreativität aus.

Dieses Ziel erreichen wir durch die Bereitstellung von anregenden Materialien im Freispiel (z.B. von Bauklötzen, Duplosteinen, Großbausteinen, Naturmaterialien, Tüchern, Handpuppen,  Verkleidungssachen, Matratzen, Kleinmöbeln, Seilen, Knete, Malpapier, verschiedenen Stiftarten und Farben, Bastelpapier, Haushaltsreste, Kleber, Wolle, Webrahmen…) und durch spielzeugfreie Tage im Garten. Auch durch  Bastel- oder Werkangebote und Theaterstücke zum aktuellen Projektthema, durch eine ästhetische Raumdekoration und durch spezifische Angebote zum Thema Kunst (z.B. Museumsbesuche, Malen an der Staffelei, Kennen lernen von Kunstwerken verschiedener bedeutender Künstler…) arbeiten wir an der Zielerreichung. In Planung ist dazu noch ein kleines Atelier mit mehreren Staffeleien und wöchentlich wechselnden Gestaltungsmaterial.

Das Kind erlebt und lebt Kultur und Ästhetik.

Dieses Ziel erreichen wir durch das Entdecken von berühmten Bau- und Kunstwerken (z.B. im Weltprojekt, durch Kunstbilderbücher, Kunstlotto und Ausflüge in Museen), durch das Kennenlernen verschiedener Schriftzeichen, durch das Einüben von Tischmanieren und durch das tägliche Bewusstwerden, dass „Schönheit/Ästhetik“ nur eine subjektive Wahrnehmung ist.

2.7 Musikalische Bildung und Erziehung

Kinder begegnen mit Neugier und Faszination der Musik. Das Spiel mit  der Musik bietet grundlegende Anregungen für die gesamte Persönlichkeit des Kindes. Es erfährt Musik als Quelle von Freude und Entspannung,  sowie als Anregung zur Kreativität in einer Reihe von Tätigkeiten, wie beispielsweise Singen, Musizieren und Musikhören, aber auch Erzählen, Bewegen, Tanzen und Malen. Musik ist ein fester Teil der Erlebniswelt des Kindes.

Das Kind singt und musiziert gemeinsam mit anderen und drückt sich durch Musik aus.

Dieses Ziel erreichen wir durch das Erlernen und Festigen deutscher und englischer Lieder, durch Klangeschichten, angeleitete Musikangebote mit Instrumenten, musische Rituale im Tagesablauf (Klangschale, Aufräumlied, Essensglocke…) und die freie Verfügung der Musikinstrumente im Freispiel. Die Vorschulkinder erlernen außerdem die Grundtechniken des Flötespielens und dazu einfache Lieder und Notation.

Das Kind erlebt Musik und nimmt sie wahr.

Dieses Ziel erreichen wir durch Traumreisen und Entspannungen, die musikalisch untermalt werden, durch die Umsetzung von Musik in Bewegung (Tänze, Cat-Club-Disco…), durch das Kennenlernen von klassischer Musik, durch das Erleben von Musik aus anderen Kulturkreisen bzw. Ländern und durch die Begegnung mit der grafischen Notation bzw. der Notenschrift.

2.8 Ethische und religiöse Bildung und Erziehung

Kinder stehen der Welt unvoreingenommen und staunend gegenüber. Sie stellen Grundfragen nach Sinn und Wert ihrer selbst, nach Leben und Tod und nach den Unterschiedlichkeiten auf unserer Erde. Seit es Menschen gibt, suchen sie nach Antworten auf solche Fragen. Aus dieser Suche nach Antworten sind Religionen und ethische Grundsätze (z.B. Achtung der Würde des Menschen)  entstanden. Die Bildung und Erziehung in diesen beiden Bereichen unterstützt das Kind in der Auseinandersetzung mit seinen Fragen und stärkt es in der Ausbildung seiner eigenen Urteils- und Bewertungsfähigkeit. Im Kindergarten  vermitteln wir unabhängig von einer bestimmten Religion allgemeingültige Normen und Werte unserer Kultur  und Basiswissen über verschiedene Religionen.

Das Kind lernt traditionelle Bräuche und Feste kennen.

Dieses Ziel erreichen wir, indem Weihnachten, Ostern und Sankt Martin im Kindergarten gefeiert wird, und dabei die christlichen Inhalte aufgenommen werden, sofern sie von den Kindern angesprochen werden.

Das Kind begegnet den verschiedenen Religionen und deren Glauben offen und lernt Unterschiede kennen.

Dieses Ziel erreichen wir durch die Wissensvermittlung über die Grundlagen der fünf Weltreligionen und kleineren Religionen (z.B. Naturreligionen) bei situativen Anlässen, Festen und Projekten.

Das Kind zeigt Respekt gegenüber Menschen mit anderen Kulturen und Traditionen.

Dieses Ziel erreichen wir durch die Normen- und Wertevermittlung, basierend auf den Grund- und Menschenrechten und durch Projekte über fremde Traditionen und Kulturen.

Das Kind wird sich in ersten Ansätzen unterschiedlicher Wertigkeiten im eigenen Handeln bewusst.

Dieses Ziel erreichen wir durch die Übernahme von Verantwortung bei kleineren Diensten, durch den bewussten Umgang mit Besitz, Lebensmitteln, der Natur und der Umwelt, durch Spiele zur Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen (Empathie), durch die Übung gewaltfreier Konfliktlösungen, durch Gespräche in der Kinderkonferenz und durch Geschichten und Märchen mit Heldenfiguren.

Das Kind ist sensibel für ganzheitliche Erfahrungen.

Dieses Ziel erreichen wir durch den Einsatz von Tagesritualen, Stilleübungen, Mandalas und Traumreisen.

Das Kind ist fähig, seine eigenen Sinn- und Bedeutungsfragen auszudrücken und Antwortversuche zu erproben.

Dieses Ziel erreichen wir durch die regelmäßigen Gespräche mit dem Kind oder Gespräche in der Gruppe und das Philosophieren mit den Kindern über Sinn- und Bedeutung verschiedenster Dinge, die das Kind oder die Gruppe momentan bewegen.

2.9 Naturwissenschaftliche und technische Bildung

Heutzutage wachsen Kinder in einer hoch technisierten Wissensgesellschaft auf, in der Naturwissenschaften und Technik einen großen Einfluss auf unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben ausüben. Alltagsphänomene in den Bereichen Wasser, Luft, Feuer, Wetter, Universum und technischen Geräten wecken die Neugier des Kindes. Kindergartenkinder drücken ihre Wissbegier über Vorgänge in der Welt durch Fragen und Nachforschungen  aus. Sie verfügen bereits über differenzierte Denkstrukturen, um naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und Wenn-Dann-Beziehungen herzustellen.

Das Kind erkennt einfache Gesetzmäßigkeiten  von chemischen, physikalischen und biologischen Phänomenen und erhält das Interesse daran aufrecht.

Dieses Ziel erreichen wir durch das Anbieten von Experimenten, die in das aktuelle Projektthema eingebettet sind (z.B. Experimente im Bereich Feuer während des Projektthemas „Blaulichtberufe – die Feuerwehr“). Überdies bieten wir dem Kind Erfahrungsmöglichkeiten durch Experimente und Erlebnisse in Alltags- und Spielsituationen (z.B. beim Kochen/Backen, Säen und Pflanzen, Beobachtung von Tieren, Reparieren von Spielsachen, Konstruieren der Murmelbahn, beim Schaukeln und Wippen, Ballspielen, Arbeiten an der Werkbank, beim Beobachten von Wetter und Jahreszeiten…) und reflektieren diese mit dem Kind zusammen in Gesprächen. Dazu stellen wir verschiedene Anschauungsmaterialien im Tagesablauf zur Verfügung (Messinstrumente, Waagen,   Uhren, Wochenkalender, Jahreskette, Thermometer, Lupen und Mikroskope).

2.10 Mathematische Bildung

Mathematisches Denken ist Basis für lebenslanges Lernen, sowie die Grundlage für zentrale Erkenntnisse in fast jeder Wissenschaft, der Technik und der Wirtschaft. In der Welt der Kinder lässt sich Mathematik überall entdecken; geometrische Formen, Zahlen und Mengen im Alltag lösen Wohlbefinden aus, denn Mathematik schärft den Blick für die Welt und ihre Schönheit und unterstützt das Kind, die Welt zu strukturieren und schneller zu erfassen.

Ziele im Bereich Geometrie:

Das Kind erfasst geometrische Formen  spielerisch mit allen Sinnen.

Dieses Ziel erreichen wir durch alltägliche Übungen, wie zum Beispiel die Bildung eines Sitzkreises in der Gruppenzeit, durch Brettspiele mit geometrischen Formen und durch den Einsatz von geometrischen Formen im Freispiel (z.B. Bauklötze, Großbausteine, Bälle, Murmeln…). Außerdem erfährt es durch Bastelarbeiten, wie zum Beispiel von Drachen, Landesflaggen, Regenschirmen oder der Essenspyramide immer wieder einfache geometrische Formen.

Das Kind erlangt eine grundlegende Auffassung von Raum und Zeit.

Dieses Ziel erreichen wir durch die tägliche Besprechung der Tagespinnwand, des Wochenplanes und der Jahreskette, außerdem durch den sprachlichen Einsatz von den Begriffen „fünf Minuten“, „zehn Minuten“ … und durch den Einsatz von Sanduhren oder Eieruhren beim Zähneputzen oder Spielen.

Ziele im Bereich Zahlen und Rechnen:

Das Kind hat eine seinem Alter angemessene Zählkompetenz und erkennt geschriebene Zahlen.

Dieses Ziel erreichen wir durch regelmäßiges Abzählen im Kindergartenalltag (z.B. Tischdecken, Anzählen der Lieder, Abzählen der Kinderanzahl…), durch Zahlenlieder, Zahlenspiele und durch die Bereitstellung der Schreibmaschine und der Zahlenstempel.

Das Kind erkennt die Struktur einfachster Rechenaufgaben durch spielerische Aufgaben,

Dieses Ziel erreichen wir durch spielerische Aufgaben im lebenspraktischen Bereich (z.B. beim Essen: wie viele von deinen fünf Apfelstücken bleiben auf dem Teller, wenn du nun zwei aufisst?).

Das Kind kommt in Kontakt mit Maßeinheiten.

Dieses Ziel erreichen wir durch Koch- und Backangebote, Experimente und Werkangebote.

Ziel im Bereich Algebra:

Das Kind ordnet Dinge nach verschiedenen Kennzeichen zu und kann einfache Reihen bilden.

Dieses Ziel erreichen wir durch das Sortieren von Gegenständen beim Aufräumen und Spiele zur Reihenbildung.

2.11 Technische Medienerziehung und Medienbildung

Technische Medien werden unterteilt in auditive, visuelle und audiovisuelle Medien. Kinder kommen von klein auf mit diesen in Berührung und zeigen ein hohes Interesse daran. Medienkompetenz ist heutzutage unabdingbar, um am kulturellen und sozialen Leben in der Informationsgesellschaft teilzuhaben und es aktiv mitzugestalten.

Das Kind hat Umgang mit auditiven Medien (z.B. Kassettenrecorder, CD-Spieler).

Dieses Ziel erreichen wir durch den gezielten Einsatz von Musik- CDs oder Kassetten bei Traumreisen, um zu tanzen, oder um die Musik (z.B. verschiedener Länder oder Komponisten) kennen zu lernen.

Das Kind hat Umgang mit visuellen Medien (z.B. Fotos, Zeitungen).

Dieses Ziel erreichen wir durch die frei zugänglichen Fotoalben über den Kindergartenalltag, durch den Einsatz von Landkarten, Poster und Plakaten bei Projekten, bzw. im Alltag und durch die Erstellung von Collagen zum aktuellen Projektthema.

Audiovisuelle Medien (Fernsehen, Video und Computer) werden zurzeit im Kindergarten nicht verwendet. Es gibt aber projektbezogene Angebote zu diesen Themen (z.B. der eigene Dreh eines Videofilmes, den Computer als sinnvolles Arbeitshilfsmittel kennen lernen).

 3. Erläuterung der Methoden zur Umsetzung unserer Erziehungs- und Bildungsziele

3.1 Tagesplan

07.30 Uhr: Bringzeit und Freispiel

In dieser Zeit bereiten die Eltern, der Frühstücksdienst haben das Frühstück vor. Während des Freispiels hat die Erzieherin die Rolle als Aufsichtsperson, Beobachterin und Ansprechpartnerin bei Konflikten und Wünschen.


08.45 Uhr: Frühstück

Als Signal läutet das Kind des Frühstückdienstes die Essensglocke, worauf alle Kinder zum Händewaschen gehen. Nachdem sie im Essraum Platz genommen haben, wird durchgezählt und die fehlenden Kinder ermittelt. Am Ende des Frühstücks, füllt der eine Erzieher die Tagespinnwand zusammen mit den Kindern in seiner Landessprache (z.B. Englisch) aus: das Datum wird an die Jahreskette - die für jeden Tag eine Perle und für jeden Monat eine bestimmte Farbe hat - gesteckt; an die Tagespinnwand wird, neben den Namen des aktuellen Wochentages, das Wettersymbol  und dann die Symbole für die Aktivitäten des Tages (Garten, Gruppenzeit, Turnen, Waldtag, Kinderkonferenz, Lesezeit, Hasengruppe, Cat-Club, Schlaumeiergruppe) geheftet. Durch dieses Ritual prägen die Kinder sich spielerisch Zeitabfolgen, Zeitbegriffe und Wortbedeutungen in Deutsch und Englisch ein.

Während des Frühstücks finden Gespräche in ruhiger und familiärer Atmosphäre statt, die viel Zeit für Austausch, Erzählungen, Diskussionen über philosophische Dinge oder Wissensfragen und Konfliktlösungen lassen. Hierbei gibt das Kindergartenteam allgemeingültige Normen und Werte weiter, wie zum Beispiel Tischmanieren oder Helfen beim Auf- und Abdecken. Um das Bewusstsein für ihren Körper und ihre Bedürfnisse zu stärken, dürfen die Kinder selbst entscheiden, wie viel sie essen möchten, wobei hier auch auf ihre Gesundheit und den oft unnötig verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln hingewiesen wird und das Probieren unbekannter Lebensmittel erwünscht ist. Durch das Essen mit Besteck und das selbstständige Nehmen und Eingießen trainieren die Kinder Feinmotorik, Augen-Hand-Koordination und Selbsttätigkeit.

Im Anschluss putzen die Kinder und gehen auf Toilette.

09.45 Uhr:  Garten

Die wettergerechte Kleidung für den Garten ziehen die Kinder selbständig an und aus. Benötigt ein Kind Hilfe, so wendet es sich an sein Helferkind (siehe 2.a) oder an die Erzieher. Im Garten stehen verschiedene Spielbereiche (z.B. Sandkasten + Kletterturm) im Freispiel zur Verfügung.

10.45 Uhr: Gruppenzeit und Angebot/Freispiel

12.00 Uhr: Aufräumzeit

Klatschen die Erzieher rhythmisch in die Hände, so ist es das Signal für die Kinder, sich im Spielzimmer zu versammeln, in einen Kreis zu setzen und das Aufräumlied zu singen. Danach helfen alle gemeinsam, den gesamten Kindergarten aufzuräumen. Die Ziele hierbei sind, wieder Platz und Ordnung zu schaffen für neue Spiele, bzw. für den nächsten Tag. Außerdem erfahren die Kinder so Aufräumen als Routineaufgabe und lernen Dinge nach bestimmten Gesichtspunkten zu ordnen (= Klassifizierung) und auf Dinge Rücksicht zu nehmen.

12.15 Uhr: Mittagessen

Bis einschließlich zum Platz nehmen der Kinder läuft alles wie beim Frühstück ab; dann allerdings schlägt ein Erzieher die Klangschale an, währenddessen die Kinder still sind und wenn sie können auch die Augen schließen, solange der Ton der Klangschale zu hören ist. Danach wählt das Kind, dessen Elternteil für diesen Mittag Kochdienst hat (und das auch die Glocke zum Mittagessen geläutet hat), ein Lied aus, das alle gemeinsam singen und alle wünschen sich danach einen „Guten Appetit“. Der weitere Vorgang und die Ziele entsprechen denen des Frühstücks bis einschließlich des Zähneputzens.

Um 13.45, 14.45 bzw. 15.45 Uhr ist jeweils eine viertel Stunde ein Abholfenster. Dazwischen haben die wieder Zeit zum Freispiel (je nach Situation innen oder im Garten) und zu bestimmten Aktivitäten (Vorlesen, Kneten, Wasserfarben malen, Brettspiele oder Bewegungsspiele…) in Kleingruppen oder auch alleine. Durch die abnehmende Kinderanzahl hat auch die Erzieherin, die Nachmittagsdienst hat, mehr Zeit, auf individuelle Bedürfnisse und Wünsche einzelner Kinder einzugehen.

15.00 Uhr: Kleine Vesper für die Kinder, die bis 16.00 Uhr bleiben.

 

Im geregelten Tagesplan gibt es durch besondere Aktionen zeitliche Veränderungen:

Montags:

12.00 Uhr bis 12.15 Kinderkonferenz  

Dienstags:

10.00 Uhr bis 12.00 Uhr Turnen,

Mittwoch:

nach dem Essen 12.45 Uhr bis 13.30 Lesezeit bzw. Musikschule.

Lesezeit: Diese wird in zwei Altersgruppen geteilt, wobei die Erzieherin ein Buch in ihrer Sprache passend für das Alter ihrer gewählten Kleingruppe aussucht. In jeder geraden Woche dürfen die Kinder Bücher von daheim mitbringen, von denen ein Passendes pro Gruppe ausgewählt und vorgelesen wird. Die Lesezeit wurde als zusätzliches Angebot eingeführt, da das Bedürfnis und Interesse der Kinder im Freispiel und der Gruppenzeit an Bilderbüchern sehr hoch ist. Bilderbuchbetrachtungen fördern Sprache (Wortschatzerweiterung, Grammatik…), Empathie, Konzentration und Sozialverhalten. Sie bezwecken den Zugang zu Literatur, die Vermittlung von Unterhaltung, Entspannung, Spaß und  Fachwissen. Die Kinder erkennen das Bilderbuch als vielfältiges Medium an und nehmen auch die darin enthaltene Botschaft auf, die weitere Förderungen bei den Kindern  bewirkt (z.B. „Der Maulwurf Grabowski“ von Luis Murschetz : Umweltbewusstsein).

Musikschule: Jedes Jahr entscheiden die Eltern gemeinsam, ob ein Musiklehrer von extern für eine Stunde Lieder und Orffinstrumente anbietet.

Freitag 10.00 Uhr bis 13.15 Uhr Wald, Ausflug oder Freispiel

Da an diesem Tag das Mittagessen durch mitgebrachte Vesper ersetzt wird, haben wir die Möglichkeit, zeitaufwendigere Tätigkeiten außer Haus zu unternehmen.

3.2  Wochenplan

Montag: Garten und Kinderkonferenz

Dienstag: Turnen

Mittwoch: Garten, Gruppenzeit, Angebot/Freispiel und Lesezeit

Donnerstag: Garten und alterspezifische Gruppenarbeit

Freitag: Wald-/ Naturtag (bei Bedarf auch Ausflugstag oder Freispieltag)

3.3 Gruppenzeit

Die Gruppenzeit wird bei uns wechselnd von einem Erzieher in der jeweiligen Sprache geleitet.

Die Kinder sammeln sich im Bewegungsraum, holen sich ihr eigenes Kissen und setzen sich in einen Kreis (freie Platzwahl). Die Jahreszeitenkerze wird von einer Erzieherin angezündet, was das Zeichen für Stille ist, und wird in die Kreismitte gestellt. Danach folgt das Morgenritual (z.B. Gefühlsbericht, Guten-Morgen-Rakete…).

Der Hauptteil der Gruppenzeit wird thematisch, anschaulich und ganzheitlich aufgebaut. Dieser gibt den Erziehern vorwiegend Raum zur Wissensvermittlung. Auch wird darauf geachtet, dass die Angebote der Gruppenzeit sich im Wochenablauf ergänzen (z.B. Traumreisen, Experimente, Bildermemory, Lieder, Bewegungsspiele, Kreisspiele, Kimspiele,  Fingerspiele, Massagen, Tänze, Klanggeschichten, Bilderbuchbetrachtungen, Entspannungen, Rätsel….) und abwechslungsreich und ansprechend gestaltet werden.

Nach dem Hauptteil singen die Kinder ein Lied in der Sprache, in der die Gruppenzeit nicht geleitet wurde. Zum Abschluss bläst das Kind, dessen Elternteil Mittagsdienst hat, die Jahreszeitenkerze aus. Dann stehen die Kinder auf und räumen ihr Kissen auf. Damit ist die Gruppenzeit beendet.

Die Kindergeburtstage werden innerhalb der Gruppenzeit nach bestimmten Bräuchen gefeiert.

3.4 Angebote

Die Angebote finden bei Bedarf im Anschluss an die Gruppenzeit statt. Sie vertiefen das Projektthema und werden ergänzend zur Gruppenzeit geplant.

Es gibt Angebote zu jedem Bereich der Erziehungs- und Bildungsziele: zum Beispiel im künstlerisch-kreativen (Fingerfarben malen, Tonen, Werken, Theaterspiel…), kognitiven (Kim-Spiele, Brettspiele, Lück, Experimente, Geschichten…), motorischen (Kreistänze, Bewegungsspiele, Bewegungsbaustellen, Geschicklichkeitsparcours…) und im sozialen (Rollenspiele, Gruppenspiele…) Bereich.

Entweder finden diese mit der Gesamtgruppe, in der Kleingruppe oder in Einzelarbeit statt.

3.5 Projektarbeit

„Erzähle mir und ich vergesse,

zeige mir und ich erinnere,

lass es mich tun und ich verstehe“

 Das Wort „Projekt“ stammt aus dem Lateinischen (projicere) und bedeutet entwerfen, planen und sich vornehmen. Projektarbeit heißt, eine Gruppe von Lernenden bearbeitet ein Gebiet bzw. ein Thema.

Die Grundlage hierbei ist der Erfahrungsschatz der Kinder.

Kennzeichnend für das Projekt im Kindergarten sind:

  • ·        der Situationsbezug
  • ·        die Orientierung an den Interessen der Beteiligten
  • ·        die ganzheitliche Erfassung von Themen und somit die Einbeziehung aller Sinne
  • ·        die Mitbestimmung der Kinder
  • ·        die längerfristige Zielsetzung.

Durch die Projektarbeit lernt und erfährt das Kind:

  • ·        gegenseitige Rücksichtnahme und Sozialverhalten
  • ·        Eigeninitiative, Eigenmotivation, Selbsttätigkeit und Selbstvertrauen
  • ·        Mitbestimmung
  • ·        Sprachförderung
  • ·        Lernmotivation, Lernkompetenz und Möglichkeiten von Wissensvermittlung
  • ·        Umwelterfahrungen, Wissen und Erkenntnisse
  • ·        Sinnesschulung
  • ·        Weiterdenken
  • ·        Grenzen und Regeln
  • ·        organisatorische Planung und Arbeitsaufteilung
  • ·        Erfolgs- sowie Misserfolgserlebnisse.

Unsere Projekte dauern je nach Bedarf der Kinder zwischen vier Wochen und vier Monaten. Die Projektthemen sind teils situativ (z.B. Jahreszeit, Wünsche und Bedürfnisse der Kinder, traditionelle Feste, aktuelle Ereignisse), teils werden sie von Erziehern oder Eltern vorgegeben. Vorgegeben deshalb, dass dem Kind Bereiche innerhalb und außerhalb seiner Interessen eröffnet werden. Durch die ganzheitliche Gestaltung erfährt das Kind das Thema über Motorik, Sinne, Kognitivität, Emotionen, Kreativität und über das Erleben (Beispiele am Thema Blaulichtberufe/Feuerwehr: Erleben  → Experimente mit Feuer und Besuch der Feuerwehr, Emotionen → Erzählung eigener Erlebnisse und Bilderbücher, Fachwissen → Telefonnummer und Verhalten im Brandfall, Kreativität → Feuerwehrbild malen/sticken oder als Collage kleben, Sinne → Martinshorn hören und Feuerwehrausrüstung anschauen und fühlen).

Das Projektthema wird eingebunden in die Gruppenzeit, Angebote, Gespräche beim Essen, Freispiel, Ausflüge, Waldtage, alterspezifische Arbeiten, Turnen und Sommerfest. Alle Projekte werden in Deutsch und Englisch durchgeführt.

Beispiele für bereits durchgeführte Projekte:

  • ·        Von Kopf bis Fuß – unser Wunderwerk Körper (10 Wochen)
  • ·        Blaulichtberufe (9 Wochen)
  • ·        Wenn Farben sich berühren (6 Wochen)
  • ·        Frühling (5 Wochen)
  • ·        Advent und Weihnachten (4 Wochen)
  • ·        Unsere Erde – unsere Kontinente – unsere Länder (13 Wochen)

3.6  Altersspezifische Arbeit

Unsere Kindergruppe von momentan 18 Kindern wird nochmals in drei Kleingruppen nach Alterstufe unterteilt: die dreiährigen Kinder, nennen sich Hasengruppe, die vierjährigen, nennen sich Cat-Club, die fünfjährigen nennen sich Schlaumeiergruppe und sind, falls sie regulär eingeschult werden auch in der Vorschulgruppe.

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Alterstufen gerecht zu werden, gestalten wir die Gruppenzeit jeden Donnerstag in zwei Gruppen parallel. Eine Erzieherin plant und führt die Vorschulgruppe, die andere den Cat-Club zusammen oder parallel mit  der Hasengruppe. Nur selten wird die Gruppenzusammenstellung anders gemischt, da die Schlaumeiergruppe als Vorbereitung für die Schule intensiver betreut werden muss, und deswegen die gesamte Aufmerksamkeit einer Erzieherin für sich beansprucht. Haben wir eine Jahrespraktikantin, können die drei Altersgruppen einzeln betreut werden.

Die Angebote für die Hasengruppe sind meist Wiederholungen bereits bekannter Lieder, Singspiele, Spiele oder Kreativangebote.

Beim Cat-Club liegt der Schwerpunkt eher in der Vertiefung des Projektthemas und in Angeboten, die die Feinmotorik, die Kognitivität, die Konzentration und die Ausdauer spielerisch und anschaulich fördern.

Die Vorschulgruppe erfährt eine spezielle Förderung im Hinblick auf die Schule. Die Förderung kann das Projektthema erweitern und vertiefen oder zielt darauf ab, alle Bildungs- und Erziehungskompetenzen des Vorschulkindes und die Lernkompetenz und die Freude auf die Schule so intensiv und individuell wie möglich auszubilden. Hierbei werden alle Schritte, Ziele, Reflexionen und Beobachtungen der Kinder protokolliert und aufbewahrt. Diese wichtigen Informationen können die Erzieherinnen in den Elterngesprächen an die Eltern weitergeben und regelmäßig den Entwicklungsstand des Kindes feststellen und dadurch die weitere Zielsetzung für das Kind darauf abstimmen.

3.7 Freispiel

Das Spiel stellt für das Kind das größte Erfahrungs- und Erprobungsfeld zum sozialen, emotionalen, motorischen und kognitiven Lernen dar. Dadurch wird die Freispielzeit in unserer Einrichtung nicht als „Lückenfüller“ gesehen, sondern nimmt einen sehr hohen Stellenwert ein.

Das Wort Freispiel setzt sich zusammen aus Freiheit und Spiel. Im Freispiel hat das Kind die Selbstbestimmung in Spielart, -inhalt, -material, -partner, -zeit, -ort und Spielverlauf. Einschränkungen gibt es hier nur durch äußerliche Bedingungen (z.B. vorhandenes Spielmaterial, Umgebung, anwesende Kinder…) und Regeln. Zwischen folgenden Spielformen wählt das Kind: Funktionsspielen (Fangen, Klettern, Lagerbau, Fahrradfahren, Sandkastenspiel…), Konstruktionsspielen (Lego, Puzzle, Steckspiele…), Regelspielen (Brettspiele, Kreisspiele, Lernspiele Verstecken…) und Rollenspielen (Puppenspiel, Vater-Mutter-Kind-Spiel, Verkäufer, Raubtiere…).

Im Freispiel ist das Kind mit all seinen Fähigkeiten aktiv. Hierbei erlernt und erprobt das Kind unter anderem selbständiges Aufräumen, Konfliktfähigkeit, Kommunikation, Spontaneität, Verantwortung, Gefühle zeigen, Grobmotorik, Eigenschaften von Dingen, Fantasie, Ausdauer, Selbstsicherheit…. Gerade im Rollenspiel spielt das Kind erlebte Situationen nach und verarbeitet seine gewonnenen Eindrücke. 

Die Rolle des Erziehers ist, das Gruppengeschehen und das einzelne Kind zu beobachten, um Bedürfnisse zu erkennen und darauf einzugehen und Entwicklungen der einzelnen Kinder und der Gruppe festzustellen. Darüber hinaus gibt der Erzieher Impulse, um neue Spiele oder neue Materialien einzuführen, neue Spielanreize zu geben und die Kontaktaufnahme des Kindes in der Gruppe und zu dem Erzieher zu unterstützen. Bei allen Aufgaben des Erziehers im Freispiel ist es dennoch bedeutend, dass er sich soweit wie möglich zurücknimmt und nicht in vorderster Front steht, um dem Kind Verantwortung über Entscheidungen und Kreativität in seinem selbstständigen Spiel zu übertragen.

3.8  Kinderkonferenz

Laut der UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden, aber auch, sich nicht beteiligen zu müssen. „Beteiligung“ bedeutet „Partizipation“ im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung; sie gründet auf Partnerschaft und Dialog.

In unserem Kindergarten umfasst dies die Mit- und Selbstbestimmung des Kindes, um Eigenverantwortung zu übernehmen, eigene Aktivitäten zu gestalten, soweit sich dies mit seinem Wohl und dem der Gemeinschaft vereinbaren lässt. Die Partizipation geschieht kontinuierlich im Kindergartenalltag und führt das Kind in die Regeln von demokratischem Verhalten ein, das in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat.

Neben der Gestaltung der pädagogischen Beziehung, den Alltagsgesprächen, der Gruppenzeit, den Reflexionen mit den Kindern und der Projektarbeit, ist die Kinderkonferenz ein wesentliches partizipatives Element.

Die Kinderkonferenz findet einmal wöchentlich oder bei Bedarf zusätzlich spontan statt. Sie wird von den Erziehern vorbereitet und von einem Voschulkind geleitet. Es gelten vorher mit den Kindern festgelegte Gesprächsregeln und eine nachvollziehbare Ablaufgestaltung:

Die Kinder und Erzieher setzen sich im Halbkreis vor der Tafel zusammen, erarbeiten zusammen das Datum und halten dies auf der Tafel schriftlich fest. Darunter schreibt der Erzieher die Tagesordnungspunkte, die er mit Symbolen ergänzt (z.B. Punkt eins: Pflanzen mitbringen → „gemalte Blume“), damit die Kinder dem Ablauf anschaulich folgen können. Dann werden die Kinder offiziell begrüßt und die Kinderkonferenz eröffnet. Die Tagesordnungspunkte werden besprochen, wobei der letzte Punkt immer die Fragerunde ist, in der die Kinder Erlebnisse erzählen, Konflikte lösen oder nachbesprechen und Wünsche formulieren.

Wichtig ist, die  Redezeit jedes einzelnen Kindes zu organisieren und wenn nötig wertschätzend zu begrenzen, um Gerechtigkeit zu ermöglichen. Oft wird in der Kinderkonferenz das aktuelle oder kommende Projektthema mit den Kindern geplant und durch Ideensammlungen erweitert oder die Raumumgestaltung bzw. Dekoration diskutiert. Häufig kommt es zum Meinungsaustausch und zu Abstimmungen und Lösungsfindungen, bei denen jede Stimme gleich gewichtet wird. Die Kinder werden zu eigenständigem Denken angeregt und erfahren demokratische Verhaltensweisen. Wünsche und Entscheidungen der Kinder werden dokumentiert und wenn möglich umgesetzt.

Nach Besprechung aller Punkte wird die Kinderkonferenz wieder offiziell beendet.

3.9 Turnen

Einmal in der Woche besucht unser Kindergarten die Turnhalle. Da wir dort mit dem Bus hinfahren, sind die Erfahrungen der Kinder wesentlich umfangreicher, als wenn wir nur in der eigenen Einrichtung Bewegungsstunden anbieten würden.

Der Turntag beginnt nach dem Frühstück und Anziehen mit der Busfahrt in die Turnhalle (Schwabach, Zentrum). Dadurch festigen die Kinder in dieser Zeit ihre Fertigkeiten im Sozialverhalten (paarweißes Laufen), im Straßenverkehr, im gesellschaftlichen Eingliedern (Verhalten in Bus und Schule) und in der Grobmotorik. In der Schulturnhalle angekommen, ziehen sich die Kinder selbständig um, helfen sich bei Bedarf gegenseitig und legen ordentlich ihre Anziehsachen zusammen. Hierbei verbessern sie ihre Feinmotorik und werden in Selbstständigkeit und Sozialverhalten gestärkt.

Das eigentliche Turnen beginnt mit der Versammlung in einem Kreis, wo dann die Einführung in die aktuelle Turnstunde stattfindet. Je nach Projektthema oder gesetzten Schwerpunkten sind die Ziele einer Turnstunde sehr unterschiedlich. Die Förderung der Beweglichkeit, der Kondition, der Kraft und der Koordination des Körpers sind immer angestrebte Ziele. Auch Aggressionsabbau, Stärkung des Sozialverhaltens und des Gruppengefühls und ganz wichtig Wissensvermittlung oder Lernen durch Bewegung stellen oft den Kern unserer Turnstunde dar. Meist baut der Ablauf der Turnstunde auf das  Projektthema auf  und macht dieses über die Bewegung erlebbar. Zur Ausgestaltung stehen uns die Geräte (Reifen, Bälle, Reck, Barren, Kasten, Langbänke, Sprossenwand, Matten, Bock) der Turnhalle und die Materialien des Kindergartens (Rollbrett, Balancierklötze, Balancebrett, Seile, Fallschirm, Tücher)  zur Verfügung. Abwechslung erreichen wir durch den Einsatz von Bewegungsbaustellen, Geräten, Gruppenspielen, Einzelübungen, Partnerübungen, Bewegungsgeschichten, Entspannungsübungen und Wettspielen. Die Zeit in der Halle ist auf eineinhalb Stunden bemessen.

Nach dem Umziehen geht es wieder mit dem Bus zurück in den Kindergarten.

3.10 Garten

An den Tagen, an denen wir nicht beim Turnen, auf einem Ausflug oder im Wald sind, gehen wir bei jedem Wetter (außer bei Gewitter, Sturm oder zu hohen Ozonwerten)  ca. eine Stunde in den Garten.

Dafür haben die Kinder immer die geeignete Kleidung im Kindergarten (z.B. Matschhose und Jacke, Gummistiefel, Sonnenhut…).

Der Garten ist in verschiedene Ebenen, mit unterschiedlichen Bodenmaterialien, angelegt: Terrasse, Sandkasten mit Spielhäusern, Kletterturm, Pferdeschaukel und Wiesenweg.

Da wir aber oft keine oder nur bestimmte Spielsachen ausgeben, um die Kreativität und Fantasie der Kinder zu stimulieren, spielen diese oft mit Stöcken, Brettern, Seilen und Steinen, die im Garten liegen. Neben der Bewegung an der frischen Luft, fördern wir das Gesundheitsbewusstsein der Kinder noch mit Wissensvermittlung über die richtige Ausstattung im Freien (wettergerechte Kleidung, Sonnenschutz, Trinken, Balance zwischen Bewegungs- und Ruhephasen…). Die Kinder haben im Garten meistens Freispiel und nach Wunsch oder Bedürfnis auch angeleitete Spiele (z.B. Boccia, Fangen…).

3.11 Waldtage

Regelmäßig freitags gehen wir in den nahe gelegenen Wald. Die Kinder tragen wettergerechte Kleidung, feste, geschlossene Schuhe und ihren Rucksack mit Vesper. Die Erzieherinnen nehmen das Trinken, Wasser und biologisch abbaubare Seife zum Händewaschen, Picknickdecken, Handy und Erste-Hilfe-Material mit.

Bereits beim Frühstück stimmen die Erzieher die Kinder auf die geplanten Aktionen in der Natur ein. Sie vermitteln hierbei Wissen, das später anschaulich und spielerisch umgesetzt wird und klären auftretende Fragen der Kinder.

Nach dem Frühstück und ca. einem Kilometer langen Fußweg durch Unterreichenbach beginnt der Wald. Hier haben wir die Möglichkeit, Aktivitäten auf der vor gelagerten Wiese, im Wald (besonders am von den Kindern gebauten Lager) oder auf der Obstbaumwiese durchzuführen. Der Waldtag wird ausgeschmückt durch Bewegungs- und Fantasiespiele, Geschichten und Märchen und durch spielerische Wissensvermittlung. Außerdem haben die Kinder ausreichend Freispiel um die Natur mit allen Sinnen zu erfahren.

Bei diesem Aufenthalt in der Natur stärken die Kinder ihre körperliche und physische Gesundheit, schulen ihre Grob- und Feinmotorik, leben ihre Fantasie und Kreativität aus (es gibt nichts Vorgefertigtes in der Natur), entfalten neue Ideen, bilden ihr Sozialverhalten weiter aus, begegnen neuen Aufgaben, erleben die Natur im Wechsel der Jahreszeiten, mit Wachstumsprozessen und Naturkreisläufen, fördern ihre Sinnenswahrnehmung fernab  von jeglicher Reizüberflutung, entwickeln einen ethischen Bezug zur Natur und finden emotionale und geistige Ausgeglichenheit.

3.12 Ausflüge

Je nach Projektthema unternehmen wir unterschiedliche Ausflüge mit den Kindern. Meist fahren wir mit dem Bus. Manchmal organisieren wir Eltern für Fahrgemeinschaften. Beispiele für Ausflüge sind: Krankenhaus, Puppentheater, Gärtnerei, Bauernhof, Polizei, Zoo, Vogelzüchter….

Am Anfang des Kindergartenjahres darf die Vorschulgruppe einen Ausflug für ihre Kleingruppe allein auswählen und an einem Tag, mit einer Erzieherin durchführen (zum Beispiel zum Voltigieren gehen).

Ausflüge stärken das Gruppengefühl, das Sozialverhalten und machen Themen und Wissen erlebbar.

3.13 Feste und Feiern

Wir feiern Feste entweder alleine mit den Kindern oder mit Kinder und Eltern/Verwandten zusammen.

Feste mit Kindern:

Geburtstage, Projektabschlüsse, Kürbis- und Herbstfest, Osterfeier, Abschiedsfeier für die Vorschulkinder, Fasching

Feste mit Kindern und Eltern/Verwandten:

Pelzmärtel und Laternenumzug, Waldweihnacht, Osterbrunch, Sommerfest

Feste fördern das Gruppen- bzw. Vereinsgefühl. Bei Vorführungen stärken                             die Kinder ihr Selbstbewusstsein und Feste sind ein Mittel, um Gespräche                             über Erlebtes und Projektthemen im Kindergarten zwischen Kinder und Eltern anzuregen.

 3.14 Kindergartenübernachtung

Ein Höhepunkt im Jahresablauf stellt die Kindergartenübernachtung einmal im Jahr dar, an der alle Kindergartenkinder teilnehmen. An der Planung, Vorbereitung und Durchführung nehmen die Kinder immer eine aktive Rolle ein. In der Kinderkonferenz werden zum Beispiel Ideen für das Essen und das Abendprogramm gesammelt und darüber abgestimmt. Auch Aufgaben (z.B. wer bringt welche Zutaten mit…) werden von den Kindern selbst aufgeteilt und organisiert.

Die Übernachtung beginnt an einem Freitag um 17.00 Uhr mit der Ankunft der Kinder und dem Aufbau ihrer eigenen Schlafsachen. Nachdem sie sich von ihren Eltern verabschiedet haben, beginnt das Abendprogramm (Spielen, gemeinsames Kochen, Abendessen und Aktionen am Lagerfeuer im Garten). Nach dem Umziehen und Zähneputzen gibt es noch individuell Gute-Nacht-Geschichten oder Lieder und natürlich Betreuung durch die Erzieher rund um die Uhr. Am nächsten Morgen kommen nach dem Aufstehen um 8.00 Uhr die Eltern und bereiten das Frühstück vor, um dann gemeinsam mit den Kindern zu essen. Nach dem Zusammenpacken der Schlafsachen ist die Kindergartenübernachtung um ca. 10.00 Uhr beendet.

Durch die Übernachtung entsteht zwischen den Kindern ein sehr enges Gruppengefühl und ihre Unabhängigkeit und ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt. Von diesen Entwicklungen profitiert bei uns die ganze Gruppe, da die Übernachtung für alle Kinder gestaltet wird, und diese danach noch mehr als drei Monate zusammen im Kindergarten verbringen.